Auto defekt in Schweden – Ein Erfahrungsbericht

Was tut man, wenn einem sein 20 Jahre junges und geliebtes Auto in Schweden verreckt? So ist es uns nach gut 2500 Kilometern problemloser Fahrt ergangen. Wir zwei, gute Fahrer, die Wissen wo der Motor ist, wie Diesel getankt wird und wo man Öl kontrolliert, aber sonst absolut keine Ahnung von der Technik haben, sind im Falle von Problemen hilflos und auf Hilfe von Anderen angewiesen.

Eines für Schweden vorne weg. Die Menschen hier sind entspannt und äußerst hilfsbereit. Zur Info, für alle denen es genauso geht wie uns.

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Dafür sagen wir schon einmal Danke!

Das Problem

Folgendes, wahrscheinlich selbstverschuldetes Problem, hatten wir:

In der Heimat, im weiten Süden von Deutschland, bereiteten wir unser Auto für die große Reise vor. Es wurde bei unserer Werkstatt des Vertrauens, an dieser Stelle mal an riesen Lob an Auto Midanner aus Murnau, für die immer hilfsbereite, kompetente und äußerst freundliche Versorgung und in diesem Zuge auch an die Wohnmobilbastler von Offsidecamper in Eschenlohe.

Aber zurück zum Punkt.

Alles wurde gecheckt und vor der Reise Instand gesetzt. So auch der Selbsttausch unserer Autobatterie. Mühevoll verstaute ich die Batterie im Motorraum und schloss alles an. Was ich wohl nicht erkannte war, dass die Polklemme vom Minusanschluss nicht richtig saß.

Dies führte nun nach gut 4 Wochen Reise und weit in der Wildnis Südschwedens dazu, das unser geliebtes Gefährt nicht mehr ansprang. Ein Fremdstarten durch nette Belgier, brachte kein Erfolg.

Freies stehen in Schweden
Freies stehen in Schweden

ADAC Plus

Nun zum ersten wichtigen Punkt!

ADAC Plus. Wer ein altes Auto fährt, so wie wir und keine Ahnung hat = ADAC Plus. Die helfen auch im Ausland. Also App gestartet, Standpunkt übermittelt und nach Rücksprache mit Deutschland auf schwedische Hilfe gewartet.

Diese kam dann zwei Stunden später mit einem riesen Abschlepper. Kaum war der LKW zusehen, so mit rundum Warnlicht, war uns klar: „Der lädt uns auf!“. Auch als der Fahrer ausstieg und erstmal über sein Katze sprach, war klar: „Der lädt uns auf!“

Nach gefühlten 20 Minuten und endlosem Austausch über zum Schluss die Umweltpolitik in Schweden, schritt der äußerst nette Mensch zur Tat. Ein Griff in den Motorraum genügte und das Problem war erkannt. Mit Hilfe einer Aluhülse der leeren Coladose wurde Abhilfe geschaffen und alles funktionierte reibungslos.

Er gab uns noch mit auf dem Weg, dass wir die Polklemme doch wechseln sollten und damit begann etwas Spannendes.

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Stehen am See

Die Fachwerkstätten

Wir kürzen mal ein bisschen ab und kommen zum eigentlichen Thema. Was tun? So steuerten wir zielstrebig eine Fachwerkstatt für Wohnmobile an. Hier hatte man keine Zeit, selber Hand anzulegen, drückte uns aber eine neue Polklemme in die Hand.

Ich bin Mann, ich kann das! Also Kabel abgezwickt, neue Schelle verbaut. Reibungsloser Start! Perfekt! Ich ein Held! Danke gesagt, gewunken und losgefahren. Doch nun funktionierte der Blinker auf einmal nicht mehr. Licht und Scheibenwischer gingen reibungslos.

Also wieder zurück. Nun nahm sich ein Verkäufer, dem Problem an. Sucht und sucht und wurde nicht fündig. Nett wie die Schweden sind, googelte er das Problem gab und einen Tipp wo er suchen würde und empfahl uns in 20 Kilometer Entfernung eine FIAT Fachwerkstatt. Also schnellstmöglich dorthin – ohne Blinker!

Dort angekommen, Problem geschildert. Der nette Herr an der Rezeption fragte dann wie alt das Gefährt denn sei? „20 Jahre!“, „Oh, da muss ich mal in die Werkstatt gehen.“ Wie gesagt, Fachwerkstatt FIAT. Nach kurzer Besprechung in der Werkstatt, kam die Aussage dass man uns nicht weiterhelfen könne. Es sah sich kein Mitarbeiter in der Lage überhaupt mal in den Motor zuschauen, um eine „Blickanalyse“ zu machen. Und schon wurde uns wieder klar, wieso die Ausbildung heute Mechatroniker heißt und nicht mehr Automechaniker.

Genau gegenüber befand sich ein „Auto Expert“. Dabei handelt es sich um eine Autowerkstattkette, wie bei uns in etwa ATU. Nach kurzer Schilderung unseres Problems, fanden sich zwei Mechaniker in der Führerkabine und im Motorraum wieder. Es wurden Sachen abgeschraubt, von denen ich nie dachte, dass man sie abbauen kann. Kabel rein, Kabel raus, Stromkreis gemessen, Kontakt überprüft und und und. Nach einer Stunde erfolgloser Fehlersuche kam die Diagnose, dass es nur der Warnblinkschalter sein kann. Bei einem 20 Jahre alten Fiat in Skandinavien keine gute Nachricht. Für die Stunde der Fehleranalyse mussten wir nur mit einem Lächeln und vielen DANKESCHÖNS bezahlen. So läuft das in Schweden!

Fiat Ducato wird hier selten gefahren, zumindest die Alten. Im nächsten größeren Wohnmobil Verkaufsshop, konnte man uns auch nicht weiterhelfen. Als kleinen Trost, gab es aber ein freiwählbares, kostenloses Eis für unsere kleine Tochter.

Am Abend auf dem Stellplatz in Enköping, am Hafen, war der Frust groß. Wie soll man das Problem nur lösen. Zu später Stunde, schilderte ich dann in der Facebook Gruppe „Skandinavien mit dem Wohnmobil“  unser Problem.

Dort gab man uns den Tipp, doch mal die Kontakte des Relais zu reinigen. Alles abgebaut, von dem ich vorher nicht wusste, dass man es abbauen könne. Kontakte lieb gestreichelt und schön gereinigt. Und siehe da, es funktionierte alles wieder.

Im Forum fanden sich auch Aussagen, dass man das Relais wechseln sollte. Dieses gäbe es bei Biltema. Dort wurden wir auch fündig und investierten 7,- € für ein Ersatzrelais.

Parkplatz in Örebro

Zusammenfassung und Fazit

Wer ein altes Wohnmobil fährt, der sollte bei Problemen entweder zu Auto Expert oder Däck Team. Das sind echte Automechaniker, die sich noch auf die Suche nach dem Fehler machen.

Braucht man kleinere Ersatzteil ist Biltema dein Freund. Und ADAC Plus nicht vergessen.

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