Der Schorfheidelauf bei Berlin – wahrlich ein LAUF FÜR DIE SEELE

, ,

Am 9.9.2018…

Der Schorfheidelauf ist klasse! Das Motto “Ein lauf für die Seele” ist Programm. Hier verbindet sich Natur, eine tolle Laufstrecke mit herzlichem, unerschöpflichem ehrenamtlichen Engagement lieber Menschen zu 100% Laufspaß. Ich liebe das Laufen auf einfachen Trails oder Waldpfaden und mag kleinere Wettkämpfe, weil sie generell ein familiäres Flair versprühen. Das ermöglicht vollen Genuss am Laufen und der Schönheit der Natur. Und um das zu erleben, ist der Lauf in der Schorfheide genau richtig. Gleich bei meiner ersten Teilnahme in 2018 merkte ich, dass es ein Erlebnis der ganz besonderen Art werden wird…

Anreise

Zentrum des Dorfes und so auch des Laufes sind Kirche und Schullandheim. Im Schullandheim findet abends vor dem Lauf die Pastaparty statt und man kann gegen Entgelt übernachten und duschen. An der Kirche ist Start und Ziel. Altkünkendorf selbst liegt bei Angermünde und mit dem Navigationsgerät war die Anreise kein Problem. Ohne Navi könnte es herausfordernder werden. Kirche und Schullandheim liegen nahe bei einander und so empfiehlt sich die Kirche in Altkünkendorf als Zielort für die Anreise. Altkünkendorf-Mitte heißt die passende Haltestelle.

Die Kirche

So kam ich am Samstag vor dem Start (Sonntag) nachmittags mit dem VW Touran aus Berlin in Altkünkendorf an. Ich fühlte spontan, dass die Welt hier noch in Ordnung zu sein scheint. Die ersten Einheimischen grüßten freundlich, gaben Auskunft, gingen spazieren und strahlten Zufriedenheit aus – sehr schön hier!

Ich hatte mich mit einem Freund (Daniel) für diesen Lauf angemeldet. Daniel hatte einen Zeltplatz hinter dem Schullandheim für sich und seine Kinder reserviert. Dort vorgefahren, begrüßten mich drei Herren gesetzteren Alters auf – wie soll man sagen – Ihre ganz eigene Art. Bedächtig, auf Ihre Art sympathisch und mit Zigarette im Mund sowie Kaffee bzw. Bier vor der Brust bekam ich zunächst nüchtern signalisiert, dass ich hier nicht parken könne, da ich weder für die Pastaparty noch für eine Übernachtung angemeldet sei (im Schullandheim sind nur wenige Übernachtungsplätze vorhanden, im Dorf dafür aber zusätzlich Ferienwohnungen). Ich erklärte, dass ich einen Freund treffe und nach kurzer Diskussion, parkte ich um und durfte folglich den Rasen hinter dem Schullandheim betreten. Wirklich, mir gefiel die Begrüßung in gewisser Weise. Menschen sind verschieden und die drei Männer auf Ihre ganz eigene Art sympathisch. Während der zwei Tage sollte sich unsere Beziehung noch wortwörtlich aufwärmen…

Der Abend davor: Pastaparty

Daniel war beim Schullandheim bereits in guter Gesellschaft: Es herrschte reges, familiäres Treiben spielender Kinder und geselliges Zusammensitzen freundlicher Läufer, Eltern und Dorfbewohner. Auch ich fand sofort Anschluss an die „Community“ und konnte mich wunderbar unterhalten. Danke Altkünkendörfer und Läufer!

Um circa 19 Uhr war dann Pastaparty angesagt. Das Schullandheim und seine Terasse waren prall gefüllt und es herrschte heitere Stimmung. Alle redeten durcheinander und man konnte merken, dass Läufer generell offen und aufgeschlossen sind. An dieser Stelle möchte ich zum ersten Mal das ganz wichtige und auch hier überaus tatkräftige, freundliche Helferteam loben. Klasse, was Ihr hier für einen tollen, reibungslos organisierten und familiären Wettkampf auf die Beine gestellt habt! Angefangen bei Bänken und Tischen über das Essen (Spaghetti, Vollkorn- und Dinkelnudeln, mehrere Saucen, diverse Getränke und sogar Kuchen), Einweisen ankommender Autos bis hin zur Moderation, Ausgabe der Startunterlagen inklusive Gepäckabgabe und z.B. der Siegerehrung war wirklich alles tiptop organisiert. Danke!!

Neben allen Ehrenamtlichen dürfen sich an dieser Stelle – so wie mir berichtet wurde – insbesondere Frederik Brewer und seine Eltern fühlen. Frederik und sein Vater gründeten vor Jahren den Lauf und die „Mutti“ kocht hier schon seit Jahren die Nudeln für die Läufer. Frederich übernimmt außerdem auch die Gesamtleitung und Moderation des Laufes.

Daniel, seine Kinder und ich fanden zum Essen schließlich auf der Terrasse Platz und waren auch dabei wieder in bester Gesellschaft. Ein Pärchen schwärmte uns vom Lauf vor, zum Beispiel vom berüchtigten Anstieg kurz vor dem Ziel, verbunden mit einem längeren Laufstück am Waldrand in (hoffentlich) praller Sonne, für das man sich Energie aufsparen sollte.

Die Übernachtung, Übernachtungsmöglichkeiten

Gut gesättigt (ich durfte übrigens selbst mitgebrachte Verpflegung essen) war dann rechtzeitig Schlafen eingeplant und angesagt. Ich hatte vorgesehen, mit Schlafsack im Auto zu schlafen (geeignete Parkplätze im Dorf sind vorhanden) und musste mir somit noch eine Location fürs Zähne putzen suchen. Was lag da näher als das Schullandheim? Überzeugt von meinem Plan, betrat ich mit Zahnbürste und Zahnpasta bewaffnet das Bad und nutze auch die Toilette. Die Rechnung hatte ich allerdings ohne einen – ganz speziellen – Freund gemacht…

Da ich keine Übernachtung im Schullandheim gebucht hatte, zahlte ich im Ergebnis 2 Euro fürs Waschen. Duschen wäre gegen weiteres Entgelt ebenso möglich. In meinen Augen ist das auch völlig ok, aber die Begegnungen in dieser Hinsicht waren teilweise schon speziell und letztlich auch lustig.

Nach dem Waschen kroch ich schon gegen 21:15 Uhr in meinen Schlafsack im Auto. Mit freiem Blick auf grüne Wiesen – toll! Und wie sollte es anders sein – auch auf dem Parkplatz war ich nicht allein. Unter wenigen Wohnwagen und Autos parkte direkt neben mir zum Beispiel ein Pärchen aus Frankreich, die sich mit ihrem Campingmobil auf größerer Reise befanden. Dank gutem Schlafsack und bei völliger Stille und Dunkelheit schlief ich schnell ein und erblickte morgens gegen 7:30 Uhr Sonnenstrahlen und grüne Wiesen. Die Mission Auto-Übernachtung war definitiv erfolgreich geglückt.

Vor dem Lauf: Besprechung in der Kirche

Vor dem Start empfiehlt sich die Marathonbesprechung in der Kirche (Feldsteinkirche). Zwei streckenerprobte Läufer erläutern mittels Beamer-Präsentation detailliert Streckenverlauf sowie -beschaffenheit. Fast schon unglaublich, wie gut vorbereitet und sorgsam hier vorgegangen wird: So wurde die Strecke tags zuvor noch von einem der beiden per Fahrrad abgefahren und man konnte uns Teilnehmenden wirklich haargenau Streckensituation und prägnante Abschnitte erklären. Die Vorfreude auf einen tollen Crosslauf stieg…

Der Kinderlauf

Zunächst möchte ich noch einige Worte über den Kinderlauf verlieren, der nach dem Marathon, aber noch vor dem Halbmarathon startet (Marathon um 9:30, Kinderlauf 10:00 Uhr) : Kinder erhalten hier die Chance, ihre Fähigkeit auf 1 oder 2 km unter Beweis zu stellen. Und in meinen Augen nicht zu knapp. Beim Zieleinlauf spielten sich fast schon kleine Dramen ab. Ehrgeiz pur an der Spitze des Feldes! Die Eltern empfingen ihre Kinder im Ziel dann mit offenen Armen und lobenden, liebevollen Worten, so dass rollende Tränen meist schnell wieder trockneten.

Übrigens ist an der Kirche ein größerer Spielplatz, so dass auch vor und nach dem Lauf für Betätigung der Kinder (und der Erwachsenen) gesorgt ist.

Der Halbmarathon, der Start, die Schorfheide

Wir starteten den Halbmarathon dann circa 10:40 Uhr direkt an der Kirche und drehten zunächst zwei Runden um die Kirche. Stimmung aufnehmen war angesagt. Auf Kopfsteinpflaster und noch etwas gedrängt im Läuferfeld empfiehlt sich aber speziell hier meines Erachtens achtsam und entspannt zu bleiben.

Anschließend führte uns die Strecke aus dem Dorf heraus vom Kopfsteinpflaster auf Kies und dann direkt in den Wildpark Schorfheide. Bei tollen Bedingungen (Sonnenschein, warm) zeigt sich schnell, dass die Strecke viel Potenzial für Genießer und naturverbundene Läufer zu bieten hat: Nach einer kurzen Schleife im Wald führt es uns einen Großteil der Strecke direkt am Wolletzsee entlang. Neben dieser herrlichen Szenerie lädt auch der Untergrund zum Laufen ein. Über weichen Waldboden, Baumwurzeln und kleinere Steigungen geht es vorbei an zahlreichen Verpflegungsstellen und (bewusst) wenigen Zuschauern – zum Genießen und wahrlich ein „LAUF FÜR DIE SEELE“!

Der Wolletzsee

Am See ist die Strecke anfänglich noch sehr schmal und lange darüber hinaus auch hügelig. Tolles Terrain für Trailliebhaber, wobei überholen schwierig ist. Auch wenn man die Augen vornehmlich auf den teils anspruchsvollen Weg richten sollte, lohnt es sich zeitweise den Blick über den rechtsliegenden See schweifen zu lassen. Ich weiß, ich erwähnte es bereits – wirklich herrlich!

Der zweite Streckenabschnitt führt dann nach dem See auf Felder (Flure) hinaus und die am Abend vorher angekündigten „berüchtigten“ Schorfheide-Kilometer stehen bevor…

Felder, Flure, Sonne, Sand

Nach einer kleineren Steigung, die mit einer Verpflegungsstation abschließt, laufe ich auf sandigem, schrägem Boden am Waldrand entlang. Nicht mehr so hügelig, aber eben sandig, tief und etwas uneben. Da es schon etwas später ist und die rechtsliegenden Bäume um diese Zeit keinen Schatten spenden, brennt nun auch die Sonne hier tatsächlich „gut auf den Pelz“. Ich empfand dies als die anstrengendste Partie der Strecke, wobei Läufe wie z.B. der Rennsteiglauf und Co noch deutlich hügeliger und so auch anstrengender sind.

Die Kilometer vergehen, die Schönheit der Strecke bleibt! Der Natur mangelt es hier einfach nicht an prall gefüllten Obstbäumen und -sträuchern sowie saftigem Gras.

Schließlich mündet der (Trampel)Pfad in einen Feldweg bis hin zu den ersten Häusern der Zivilisation…

Das Ziel

Die letzten Meter nach der Schorfheide führen auf bekannter Strecke im Dorf zur Kirche. Auf über das Kopfsteinpflaster verlegten grünen Matten geht es ins Ziel, freundlich und lautstark empfangen von Frederik und Zuschauern. Geschafft, glücklich und zufrieden laufe ich bis zum Ortsschild aus (die Strecke lässt es erfreulicherweise zu) und begebe mich dann langsam auf die Suche nach Daniel und weiteren, zuschauenden Freunden.

Bei alkoholfreiem Bier und Apfelschorle stoßen wir zufrieden auf den tollen Lauf an und lassen den Tag bei Suppe, Wurst, Kuchen, Obst und Eis mit den Kindern ausklingen – perfekt!

Schorfheide, wir kommen wieder!

Malte (links) und Daniel

Weitere Berichte

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.