Neu Delhi – Mit dem Fahrrad von Neu Dehli nach Singapur

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Von Berlin geht es über Helsinki mit dem Flieger nach Neu Dehli. 10 Stunden Flug ab Helsinki liegen vor. Einen Festen Plan für die gesamte Radreise gibt es nicht. Wir wollen so lange mit den Fahrrädern unterwegs sein, wie es uns gefällt und unser Geld reicht. Für diesen Traum haben wir einiges aufgegeben. Unsere Jobs haben wir gekündigt. Die Wohnung ist aufgelöst. Das Auto verkauft. Wir können unbeschwert starten. Das wir in dieser Zeit mit dem Fahrrad von Neu Dehli nach Singapur, also Singapur unser Ziel sein wird, steht hier noch nicht fest. Es wird sich erst im Laufe der Reise duch Südostasien, so ergeben. Das schon mal vorweg.

Gut in Neu Dehli gelandet laufen wir gefühlte drei km bis zur Passkontrolle. Hier merken wir dann, was es heisst in Indien angekommen zu sein. Kurze Warteschlange, lange Wartezeit. Manche Kontrolleure scheinen zu schlafen andere machen kurz vor uns erst mal Pause. Wir hüpfen von Schalter zu Schalter wie eins, zwei oder drei letzte Chance vorbei  – “Nur wenn der Passkontrolleur nicht geht, seht ihr ob ihr richtig steht”. Denn manch ein Beamter macht geht genau dann in die Pause, wenn wir als nächste dran gewesen wären. Schlange abarbeiten und dann Pause machen… – nicht in Indien!

Schnell finden wir auch unseren Fahrer. Auf dem Weg zum Auto schaut er sich mehrmals zu unsren grossen Fahrradkartons um. Auf die Frage, ob er dann ein grosses Auto dabei habe, antwortet er nur: “Yes Big Car!” Es ist ein TATA. In Deutschland würden wir es suesser kleiner Fiat Panda nennen – nur halt noch etwas kleiner! Wir passen rein, die Raeder dürfen aufs Dach. Natürlich nur mit einer schnell zusammen gesuchten Schnur befestigt. Volle Fahrt voraus. Augen zu, Augen auf, Augen doch lieber wieder zu – gut,  wir sind noch am Leben.

Neu Dehli Strassenverkehr

Wir schlafen uns aus und wuenschen uns ein ganz klein wenig zuhause aufzuwachen. Ja der Stadt ist es gelungen uns auf den ersten Metern zu erschrecken. Menschen “zelten” hier auf dem Mittelstreifen und daneben und darauf und wohl auch darunter  – ihr ganzes Leben lang? Bitte welcher indische Gott ist hier zustaendig fuer Neuankoemmlinge und Ihre Integration?

Mutig wagen wir uns an unserem ersten Tag alleine vor die Tuer und sind stolz Bananen zum Abendbrot zu erwerben.

Neuer Tag neues Glück. Wir fahren Motorrikscha. Wiedererwarten gibt es natürlich eine Verkehrsregel: Hupe so laut und so lang wie moeglich und gib Stoff!

Wir erkunden die Stadt. Dem deutschen Konsum wollten wir entfliehen und hier ist ganz Delhi ein Bazar. Jedes Erdgeschoss will was verkaufen. Auf der Strasse werden uns Haarschneider (Mikes Haar ist echt lang),  Stofftaschentücher (wollt ich schon zuhause nicht) und Ohrenreinigung (also bitte) angeboten. Wir werden ununterbrochen angesprochen und jeder will uns Guide and Friend sein.

Wir lernen verwegen, vorallem aber zaghaft zu feilschen und zahlen sicher noch immer zuviel.Ganz im Ernst – der Deutsche findet es hier etwas unordentlich. Man ist versucht sich Eimer und Besen zu holen und anzupacken. Wer empfindlich ist wird seinen Ekelherpes zu Rekordgroesse zuechten. Der germanische Gott Meister Proper glaenzt eindeutig mit Abwesenheit. Und trotzdem wir moegen es!

Delhi ist in Bewegung und damit unendlich lebendig! Trotz der Menschmassen und der zum Teil unglaublichen Armut fuehlen wir uns nie bedroht. Einige bestaunen uns und laecheln und sogar zu!

Tierwelt: einige  magere Kühe gesehen ( kein Vergleich zur prachtvollen lila Alpenkuh) und noch keinen Elefanten (ausser dem Busch im Regierungspark der in Elefantenform gebracht wurde).

Fremd ist der Fremde halt nur in der Fremde.

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