Gefahren auf Klettersteigen

,

Der Mensch

Das Individuum Mensch stellt bisweilen einen nicht unerheblichen Teil an einem Gefahrenrisiko dar. Dabei spielen vor allem die Selbstüberschätzung, schlechter Trainingszustand und zu hoch gesetzte Ziele eine wichtige Rolle.
Es ist daher wichtig, das vor jeder neuen Herausforderung der eigene Leistungsstand, die bisher gesammelten Erfahrungen und die körperliche Verfassungen fair beurteilt werden, bevor man beschliesst neue Rekorde für sich selbst zu brechen.
Erfahrungen und Erkenntnisse der eigenen Fähigkeiten sollten langsam aufgebaut werden, um sich bei neuen Herausforderungen den veränderten Rahmenbedingungen entsprechend verhalten zu können. Planst Du zum Beispiel eine mehrtägige Tour mit viel Gepäck, so zerrt dies natürlich mehr an den Kräften, als eine Tour mit leichtem Gepäck.
In den Pyrenäen und in den Dolomiten gibt es auch längere Passagen der Schwierigkeitsgrade II und III welche nicht gesichert sind. Hier ist die Erfahrung des Freikletterns unabdingbar. Dafür benötigt man Grundkenntnisse zum Überleben.

Die Kleidung

Ist man auf einer längeren Tour unterwegs, so ist es ratsam entsprechende Bekleidung und eine evtl. Notfallausrüstung wie z.B.: Biwak sack oder Rettungsfolie dabei zuhaben. Auch sollte man sich vor einer Tour über evtl. Notabstiege informieren.

Der Schwindel

Der Höhenschwindel ist unabhängig vom Alter oder Fitness; von Kreislaufverhältnissen oder den Gleichgewichtsorganen. Natürlich kann ein schwacher Kreislauf dem ständigen Bücken und Aufrichten zu körperlich bedingten Schwindel führen. Dieser hat aber nichts mit dem Höhenschwindel an sich zu tun. Es ist vielmehr eine vorübergehende Blutarmut im Kopf.
Auch die Höhenkrankheit darf man nicht mit dem Schwindelgefühl in gewissen Höhen vergleichen. Dazu aber auf der entsprechenden Seite mehr.
Hängst du nun in der Wand so vor Dich hin und bemerkst, bei einem Blick in die Tiefe, das Dich der Höhenschwindel überkommt, so muss der Blick in die Tiefe sofort unterbunden werden. Der Blick sollte sofort nach oben gehen. Es handelt sich hierbei um psychisch verursachte Ängste, welche unabhängig vom Alter und Geschlecht sind. Wichtig ist, das eine sofortige Absicherung der betreffenden Person erfolgen muss. Dies schafft meist ein ungeahntes Gefühl an Sicherheit. Befürchtete Ängste kommen dann meist gar nicht mehr auf.

Steinschlag

Eine der grössten Gefahren auf einem Klettersteig ist mit Abstand der Steinschlag. Ausgeschilderte Steinschlagpassagen sind schnellstmöglichst zu passieren. Im ungünstigsten Falle solltest Du auch Ausschau nach evtl. Schutzmöglichkeiten halten. Trifft man auf eine Steinschlagsrinne, so überquert man diese möglichst einzeln. Steigt man eine Falllinie herauf, so macht man dies möglichst gemeinsam. Sollte man selbst einen Stein lostreten, so hat man durch Zuruf die anderen zu warnen. Befindet sich oberhalb eines Gefahrenbereiches noch eine andere Gruppe, so wartet man ab, bis diese den Bereich verlassen hat und macht sich erst dann auf den Weg. Das ein Steinschlaghelm in jeden Rucksack gehört, brauche ich hier wohl nicht weiter zu erwähnen.

Regen, Schnee, Eis

Im Nebel liegen die Gefahren der Orientierungslosigkeit. Führt der Klettersteig entlang eines grossen Steilseils, so kann man sich an diesem selbst im dicksten Nebel orientieren. Muss man allerdings ein Stück ohne vorhandene Seilführung absolvieren und sich auf unbekanntes Gelände begeben, muss man immer dafür sorgen, dass man seine letzte sichere Markierung erreichen kann. Notfalls ist das bauen von Steinmannderl (Steinmannderl sind aufeinander geschichtete Steine, welche dann einen Turm ergeben) nötig. Auch kommt es bei Regen meist zu einem Temperatursturz, welcher häufig zu einer Unterkühlung führen kann. Es setzt ein Erschöpfungszustand ein, welcher zu einer der häufigsten Todesursachen am Berg führen kann.

Blitzschlag

Zu einem grossen Problem auf einer Klettertour kann ein plötzlich aufziehendes Gewitter werden. Dies bedeutet allerhöchste Gefahr, da man sich direkt am Blitzableiter befindet. Es bedeutet aber nicht in sofortige Panik zu verfallen, sondern vielmehr klare und schnelle Entscheidungen zu füllen.
Der Klettersteig sollte schnellstmöglich verlassen werden. Auch vom Eis sollte man schnellstmöglich runter, da Eis wie ein Blitzableiter wirkt.
Kann man einem Gewitter nicht mehr ausweichen, so sollte man sein Augenmerk dem Erkennen einer Blitzgefahr widmen. Befindet man sich in der unmittelbaren Umgebung eines Gewitterzentrums und somit im höchsten Spannungsfeld gibt es verschiedene Erscheinungen, welche es heisst zu beobachten.

St.-Elms-Feuer

Es handelt sich hierbei um ein bläuliches Leuchten um hervorragende metallische Gegenstände, wie z. B. Gipfelkreuze oder Metallmasten. Dies entsteht durch stille Entladung in der Luft, auch ein feines Knistern kann dabei wahrgenommen werden. Auch auf der Haut machen sich solche St.-Elms-Feuer bemerkbar. Meist durch ein sträuben der Haar.
In diesem Falle umgehend weg vom Gipfel, Graten, Drahtseilen, Felsblöcken wasserführenden Rinnen, senkrechten Wänden und sofortiges Trennen von metallischen Gegenständen. Auch ein überhängender Felsen bietet keinen sicheren Schutz, da selbst hier der am Felsen abfliessende Stromstoss des Blitzes Dich treffen kann.

Nebel

Ein Wetterumbruch bedeutet nicht nur schlechteren Ausblick, sondern echte Gefahr, welche nicht zu unterschätzen ist. Bei Regen, Schnee und Eis hat man um ein vielfaches verringerten Halt, Stand und die Rutschgefahr steigt erheblich. Seile können tief verschneit sein und zu einer Umkehr zwingen.
Es sollte in solch einer Situation der Verstand siegen und der Abstieg in Angriff genommen werden. Ein Aufstieg ist vielleicht auch bei diesen Wetterbedingungen noch machbar, aber der Abstieg?

Medizin

Hierzu möchten wir auf die Seite von Dr. med. Walter Treibel verweisen. Dort finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema.

Alpines Notsignal

Innerhalb einer Minute sechsmal, also alle 10 Sekunden, ein hörbares oder sichtbares Zeichen geben.

  • Eine Minute Pause, dann wieder Pause usw., bis Antwort erfolgt …
    • Antwort
  • Innerhalb einer Minute dreimal ein Zeichen geben (alle 20 Sekunden).

Auf das wir dies nie gebrauchen müssen!

Notrufnummern

  • Europäische Notrufnummer 112
  • Bergrettung
    • Bayern 19222
    • Österreich 140
    • Schweiz 1414
    • Südtirol 118

Mike Strübing

Mein Name ist Mike Strübing. Ich bin 1976 in Berlin Treptow geboren. Seit 2007 lebe ich im oberbayerischen Murnau am Staffelsee.

Ich halte es mit dem Spruch von Alexander von Humboldt:
»Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.( The most dangerous worldview is the worldview of those who have not viewed the world )«

Website
View All Posts
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.