Hüttenschlafsäcke – gut gebettet ist schon die halbe Tour

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Wer kennt das nicht? Schlecht geschlafen, schlechter Morgen. Umso schlimmer, wenn besagter Morgen die Besteigung eines anspruchsvollen Gipfels, das Klettern eines schwierigen Projektes oder die Wanderung einer anstrengenden Tour auf dem Programm hat. Umso besser, wenn man, gerade in den Bergen, sei es auf der Hütte oder vielleicht sogar Outdoor eine verlässliche und komfortable „Penntüte“ sein Eigen nennen darf. Aber was nun macht einen kompetenten Hüttenschlafsack oder Biwaksack eigentlich aus? Welche Marken und Modelle eignen sich zu welchem Einsatzgebiet.

Generell unterscheidet sich ein Hüttenschlafsack von einem „normalen“ Modell ganz augenscheinlich  in Größe, Gewicht und Packmaß. Er sollte also klein, leicht und gut zu verstauen sein. Wie der Name schon andeutet, kommen die meist aus Baumwolle, Mikrofaser und Seide gefertigten Schlafsäcke nämlich in der Regel unter einem Dach zum Einsatz oder als Inlay im großen Bruder.  Ein Hüttenschlafsack soll den Schlafenden nicht in erster Linie vor arktischer Kälte, sondern höchstens vor schlecht geheizten Matratzenlagern schützen und möglichst nicht den ganzen Rucksack ausfüllen. Welches Material sich hier am besten eignet, hängt von den vorherrschenden Bedingungen und oft auch dem eigenen Empfinden ab.

Baumwolle

Baumwollschlafsäcke fühlen sich oft wärmer und kuscheliger an, als ihre synthetischen oder seidigen Kollegen. Der Wohlfühlfaktor resultiert in diesem Falle aus der Feuchtigkeitsspeicherungsfähigkeit der Baumwolle, die bis zu 80% des Eigengewichts beträgt. Gleichzeitig liegt hierin aber auch der Nachteil der beliebten Naturfaser, denn zu viel Speicherung resultiert in einem Verschließen der Gewebeporen, was letztendlich den Feuchtigkeitstransport nach Außen verhindert. Der Stoff fühlt sich dann oft nass und klamm an, von entsprechender Geruchsentwicklung gar nicht zu sprechen. Im Gegensatz zu Nylon und Seide trocknet ein feuchter Baumwollschlafsack auch deutlich länger.

Seide

Hüttenschlafsäcke aus Seide punkten vor allem im Bereich Gewicht und Packmaß, bei vergleichsweise hohem Komfort. Denn bereits mit geringem Materialeinsatz wird hier Sommer wie Winter eine optimale Wärmeisolation erreicht. Zudem liegt das edle „Stöffchen“  geschmeidig auf der Haut und zieht Feuchtigkeit an. Trotzdem nimmt Seide ganz im Gegensatz zu Baumwolle und vor allem Synthetikfasern kaum Körpergeruch an. Gleichzeitig sollte aber erwähnt werden, dass Schweiß auf Dauer das empfindliche Gewebe angreift und damit die Lebensdauer begrenzt.

Mikrofaser

Unter dem Begriff Mikrofaser werden engmaschig verwebte Fasern aus Polyester, Nylon und Acryl zusammengefasst, die sich in erster Linie durch ihre extrem hohe Reißfestigkeit, bei gleichzeitiger Winddichte und hoher Wasserabweisung auszeichnen. Entsprechende Hüttenschlafsäcke, die oft aus einem Mix der oben genannten Materialien bestehen, sind vor allem leicht und robust. Jedoch müssen in Puncto Komfort Abstriche gemacht werden. Der wohl entscheidendste Vorteil gegenüber den beiden erstgenannten Materialien besteht aber ohne Frage in der atmungsaktiven Funktion der Mikrofasern. Feuchtigkeit wird nicht wie bei Baumwolle und Seide angezogen und gespeichert sondern nach Außen transportiert, wodurch es im Schlafsackinneren immer schön warm und trocken bleibt. Nachteilig ist bei Kunstfasern sicherlich die schnelle und intensive Annahme von Körpergeruch.

Fazit

Baumwollschlafsäcke sind gemütlich und billig, bringen aber deutlich mehr Gewicht auf die Waage als ihre seidigen und microfasernen Kollegen. Wer es leichter und stauraumfreundlicher mag,  gleichzeitig aber nicht auf Zuviel Komfort verzichten möchte, ist mit einem Modell aus Seide gut beraten. Jedoch schlagen die seidigen Kameraden mit den höchsten Preisen zu Buche. Ein guter Kompromiss im Bezug auf Komfort, Gewicht und Preis sind die Mikrofaser Modelle.
Egal für welches Modell man sich entscheidet, richtige Pflege, d.h. regelmäßiges Auslüften, Trocknen und Waschen, erhöht die Lebenserwartung in jedem Fall

Mike Strübing

Mein Name ist Mike Strübing. Ich bin 1976 in Berlin Treptow geboren. Seit 2007 lebe ich im oberbayerischen Murnau am Staffelsee.

Ich halte es mit dem Spruch von Alexander von Humboldt:
»Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.( The most dangerous worldview is the worldview of those who have not viewed the world )«

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