Informationen Schlafsäcke

Einleitung

Schlafsäcke zählen bei Outdoor freunden, egal in welcher Art sie reisen, zu den obligatorischen Ausrüstungsgegenständen. Dabei ist die Qualität der Schlafsäcke für uns draußen Schlafende überlebenswichtig. Gerade in Alpinen Regionen kann es auch im Sommer zu dramatischen Wetterumschwüngen kommen, welche höchste Anforderungen an die Isoliereigenschaften eines Schlafsacks stellen.

Auch die Wasserresistenz bei atmungsfähigen Materialien ist von wesentlicher Bedeutung. Zudem soll sich der Schlafsack klein und handlich verpacken lassen und nicht zum Platzfresser werden.

Somit stellen sich schon vorab folgende Anforderungen an den Schlafsack:

  • Isolationsvermögen
  • Gewicht
  • Packmaß
  • Kuscheligkeit und Komfort

Kunstfaserschlafsäcke

Wie der Name Kunstfaser bereits verheißt, ist das Innenleben rein synthetisch. Verwendet werden meist dünne Fasern aus Polyester (PE), die antiallergisch und nahezu Nässe unempfindlich sind.
Jedoch bestehen gravierende Unterschiede in der Verarbeitung des PE und somit auch im Einsatzbereich solcher Schlafsäcke.
Die hochwertigen Fasern sind innen hohl und oberflächlich glatt. Dadurch erhöht sich die Isolationsfähigkeit des Schlafsacks. Zudem wird das Verhaken der Fasern untereinander verhindert. Im Gewicht und Packmass erzielen sogenannte Endlosfasern, wie Polarguard 3D, die besten Werte. Diese Polarguard 3D Fasern zählen mit zu den haltbarsten Ihrer Zunft. Hochwertige Schlafsäcke weisen eine Art Lagetechnik der Kunststofffaser auf. Dabei werden die Fasern bzw. Matten in mehreren Lagen und /oder überlappend vernäht.

Daunenschlafsäcke

Schon in der Vorzeit nutzte man Daunenschlafsäcke, als die Kunstfaser noch nicht mal geboren war. Im Vergleich zur Kunstfaser ist die Daune:

  • ein sehr guter Isolator
  • deutlich leichter
  • kleiner zu verstauen
  • atmungsaktiver

Für große Abschreckung sorgt allerdings auch der hohe Anschaffungspreis solcher Schlafsäcke. Ein weiterer Nachteil ist die Schwäche, auch bei starker Feuchtigkeit die Isolationsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Beim Kaufpreis kann man getrost gegenhalten, das die Lebensdauer eines Daunenschlafsacks die eines Kunstfasermodells um ein Vielfaches übertrifft. Während der Kunstfaserschlafsack bereits recycelt wird, hat man mit dem Daunenschlafsack noch viel schöne Stunden vor sich. Gegen die Nässe hilft nur das richtige Verpacken des Schlafsacks in wasserdichte Packtaschen, wasserabweisende Obermaterialien und eine gute Aufmerksamkeit.

Doch Daune ist nicht gleich Daune! Wie lässt sich der Unterschied erkennen?

Welche Arten gibt es?

  • Gänsedaune (GD)
  • Entendaune (ED)

Die Gänsedaune ist der Entendaune qualitativ überlegen.

Was sagt das Mischverhältnis aus?

  • Manche Hersteller verwenden eine Mischung aus Daunen und Kunstfasern. Je höher der erste Wert, desto kleiner, leichter, wärmer und vor allem teurer wird der Schlafsack.

Was ist Bauschkraft?

  • Je höher die Bauschkraft, desto besser das Verhältnis von Isolation zu Gewicht. Die Maßeinheit hierfür ist cuin. Dieser Wert gibt an, wie viel Kubikzoll (cubic inches) eine Unze (1 Unze = 28g) Daunen einige Zeit nach Kompression einnimmt. Gemessen wird mithilfe eines Messzylinder, in welchem die Daunenmischung für 24h zusammengepresst wird.

Was sagt die Füllmenge (in Gramm) aus?

  • Je mehr Inhalt, desto wärmer.

Die Konstruktion eines Daunenschlafsacks bestimmt seine Qualität gleichermaßen, wie die Daune selber. Hierbei hat sich die sogenannte Mumienform mit Kapuze und einem seitlichen Reißverschluss durchgesetzt. Weitere Formen sind die Kastenform und die Eiform. Beide Formen bieten etwas mehr Bewegungsfreiheit im Schlafsack selber, büßen dafür aber bei der Isolation und dem Packmaß etwas ein.

Komfortbereiche

Man unterscheidet zwei Bereiche: Zum einen den Komforttemperaturbereich und zum anderen den Extrembereich. Der Komforttemperaturbereich gibt die Temperatur des Schlafsacks an, in welcher man es bekleidet mit dünner und funktioneller Unterwäsche ohne zu Frieren im Schlafsack draußen aushalten kann.
Als Extrembereich bezeichnet man die Temperatur im Schlafsack, bei der man sich keine bleibenden Schäden zufügt. Also eigentlich eine nicht uninteressante Angabe. Hat man sich einen Schlafsack mit zu hohem Komforttemperaturbereich gekauft, so kann man diesen immer noch als Zudecke verwenden.

Ist ein Schlafsack jedoch zu kalt, so kann man diesen zwar mit zusätzlichen Innenschlafsäcken wieder warm bekommen, erhöht aber zudem das Komplettgewicht, verringert den Schlafkomfort und hat zusätzliche Kosten. Zwei Sommerschlafsäcke ergeben eben keinen Winterschlafsack.
Auch sollte man beim Kauf auf Verarbeitungsdetails des Schlafsacks achten. Hat der Schlafsack einen Wärmekragen, welcher den Wärmeverlust im Schulterbereich senkt? Auch zusätzliche Abpolsterungen im Kopfteil oder an der Abdeckleiste haben sich bewährt.

Pflege

Wer seinen Schlafsack über einen längeren Zeitraum nutzen möchte, der sollte sogenannte Inlets nutzen. Diese schonen den Schlafsack von Innen und sorgen gleichzeitig dafür, das man den Schlafsack nicht oft waschen muss. Auch sollte vermieden werden, den Schlafsack nass werden zulassen.
Schlafsäcke sollten vor der Nutzung ausgeschüttelt werden, damit die Daunen oder Kunstfasern auf Dauer nicht verkleben. Zudem muss für eine ausreichende Lüftung des Schlafsacks gesorgt werden. Legen Sie den Schlafsack hierzu aber nicht in die pralle Sonne.

Sollten Sie Ihren Schlafsack über einen längeren Zeitraum nicht nutzen, so lagern Sie diesen an einem dunklen, trockenen Ort in nicht komprimiertem Zustand. Das schont den Schlafsack erheblich. Vermeiden Sie unnötiges Waschen. Muss der Schlafsack allerdings doch mal gewaschen werden, weil sogar die Stinktiere Reißaus nehmen, so bietet der Fachhandel hierzu Spezialpflegemittel an. Daunenschlafsäcke kann man in der Waschmaschine bei 30 Grad waschen. Mit in die Trommel gehören Tennisbälle oder ähnliches, um die Daunen im Schlafsack zu bewegen.

Während des Trocknens sollte man den Schlafsack immer wieder aufschütteln, um einer Verklumpung vorzubeugen. Glücklich, wer jetzt einen Wäschetrockner zur Verfügung hat. Aber auch danach den Schlafsack nochmals gut aufschütteln. Eine perfekte Pflege garantiert jedoch nur die Wäsche beim Hersteller.

Fazit

Der Daunenschlafsack ist von seinem Anschaffungspreis zwar wesentlich teurer, jedoch ist er im Komfort dem Kunstfaserschlafsack überlegen. Gerade wer sich auf längere Reise begibt und seinen Schlafsack vor Nässe zu schützen weiß, sollte diese Kosten nicht scheuen. Schlafen ist schließlich mit dem Wichtigste auf Reisen.

Wer verschiedene Klimazonen durchreist, sollte bedenken, das man aus einem Sommerschlafsack, kein Winterschlafsack macht. Allerdings anders herum, sich ein Winterschlafsack so weit öffnen lässt das dieser auch im Sommer nutzbar sein kann.

Alle anderen nehmen die Kunstfaser. Reisenden mit wechselnden Reisezielen ist ein Temperaturpolster im Komfortbereich anzuraten.

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