Kambodscha – Mit dem Fahrrad von Neu Delhi nach Singapur

Willkommen im Land der mystischen Dschungeltempel!

Straßenhändler mit Lebenden Tieren in Phnom Penh

Wir radeln auf den Spuren der roten Khmer durch Kambodscha. Bis vor einigen Jahren war, dieses kleine Land noch unter der Diktatur Herrschaft Pol Pot’s Dieser lies mindestens 20 000 Regimegegner grausam foltern und ermorden. Mittlerweile befindet sich das Land auf dem Weg zur Demokratie. Allerdings ist die Korruption noch weit verbreitet. So lesen wir in unserem Reiseführer, dass an einigen Grenzübergängen das Zahlen von “Schmiergeld” üblich sei. Auch soll es gelegentlich vorkommen das für das Visa zu viel abkassiert wird. Doch all das können wir nicht bestätigen. Freundlich und zuvorkommend wurden wir empfangen und sogleich brachte man uns ein paar Worte in Khmer bei. Diese hatten wir leider nach Nichtmal fünf Minuten wieder vergessen!

Auf holpriger Teerstraße radeln wir der Hauptstadt entgegen. Dabei genießen wir die Ruhe. Hier leben auf dem Land weit weniger Menschen als in Vietnam. Die Hektik und der Laerm des chinesischen Neujahrsfestes sind hier nicht angekommen. Bereits nach zwei Tagen erreichen wir Phnom Penh, die Hauptstadt des Landes.

Die Hauptstadt Phnom Penh

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Rikscha Fahrer in Phnom Penh

Das touristische Leben spielt sich dabei vor allem am Ufer des Tonle Sap ab. Tonle Sap ist der Name des grössten Süßwassersee in Südostasien. Er liegt im Herzen Kambodschas und ist sozusagen Wasserader des ganzen Landes. An seinem Ufer liegen auch der Königspalast, die Silberpagode, das Nationalmuseum und Wat Phnom – alles einen Besuch wert. Es gibt gemütliche einheimische aber vor allem auch westlich orientierte Restaurants, Hotels und Gästehäuser jeder Preisklasse. Am Abend kann man an der Promenade bei einer Art Gruppentänzchen teilnehmen.

Zwischen all dem Schönen findet sich aber auch pure Armut. Frauen mit Babys die bevorzugt Touristen anbetteln. Behinderte und Kleinkinder die Bücher und Schmuck verkaufen. Wie im Trance sagen sie die immer gleichen Sätze auf und heften sich an wie ein Schatten. Einige von ihnen verbringen auch die Nacht auf der Straße. Erschreckend ist auch die hohe Anzahl der Prostituierten und wie selbstverständlich hier alte, weiße Männer mit viel zu jungen Kambodschanerinnen unterwegs sind. Zwei bis drei Tage in Phnom Penh empfinden wir als genug.

Zum Radeln ist es zumeist wunderbar flach, allerdings macht und die Hitze immer mehr zu schaffen. Größe Teile der kambodschanischen Wälder sind abgeholzt und das Land wirkt karg. Kühe und Ochsen kauen die Überreste der trockenen Stängel der einst grünen Reisfelder. Oft sieht man uns am Straßenrand im Schatten sitzen. Dazu bevorzugen wir ein Glas Zuckerrohrsaft, der hier direkt frisch gepresst wird.

Tonle Sap, Siem Reap und die Tempel von Angkor Wat

Angkor Wat

Dann machen wir uns auf aufs Wasser und schippern mit dem Boot von Battambang nach Siem Reap. Dabei folgen wir zunächst dem Fluss Sangker der zu dieser Jahreszeit nur noch wenig Wasser führt. Kurvig schlängelt er sich durchs Land und führt uns vorbei an unzähligen, windschiefen Behausungen. Die Bewohner bauen Gemüse am Ufer an und leben dort extrem spärlich. Kurz bevor der Fluss in den Tonle Sap mündet befinden sich ganze Ortschaften auf dem Wasser die sogenannten schwimmenden Dörfer. Zu einem richtigen Dorf gehört auch ein Handyladen! Mag es auch nichts zu essen geben, einen Handyladen gibt es immer irgendwo.

Siem Reap ist wohl der meistbesuchtes Ort in diesem Land. Die Stadt ist Ausgangspunkt für den Besuch der Tempel von Angkor Wat. Die meisten davon ließen die Khmer Könige erbauen. Die Ältesten von ihnen stammen aus dem 800 Jh. nach Christus. Irgendwann wurden sie vergessen und von Urwald überwuchert, dann wiedergefunden, um wieder vergessen zu werden und so weiter. Irgendwann wurden sie dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch wir lassen uns begeistern und stöbern drei Tage lang, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang durch das Weltkulturerbe. Wie eindrücklich diese große Tempelanlage ist brauchen wir wohl nicht zu erwähnen. Kurzum es lässt sich eh kaum in Worte fassen.

Schließlich vollenden wir die Runde um den Tonle Sap und erreichen Phnom Penh ein zweites Mal. Ab jetzt folgen wir dem Weg zum Meer und radeln durch die Nationalparkgegend zwischen Kampot und der thailändischen Grenze. Hier finden sich noch viele der ursprünglichen Mangrovenwälder und über lange Strecken gibt es nur Wald, Wasser und Urwald Geräusche. Wir übernachten bei einer Familie in einem Holzstelzenhaus und genießen diese untouristische Ecke Kambodschas.

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