Nordindien – Mit dem Fahrrad von Neu Dehli nach Singapur

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Es ist an der Zeit Neu-Delhi zu verlassen – nur wohin? Einen Genauen Plan der Route hatten wir zu Beginn der Reise nicht festgelegt. Inspiration, Sehnsucht und Menschenverstand sollen die Route prägen. Mehrmals täglich entscheiden wir uns um, ob Norden oder Süden fahren soll. Zuletzt werfen wir eine Münze – für Norden Indien – und entscheiden uns dagegen, also doch Süden!

Wir wollen was alle Touris wollen, das Taj Mahal in Agra bestaunen. Drei Tage lang radeln wir dorthin. Das bedeutet für uns Indien hautnah. Auf der Straße befindet sich alles was rollt und bevorzugt das, was unser TÜV sorgfältig aussortiert hat. Da wir nicht hupen, lautet unsere Devise: voll Vertrauen – nicht nach hinten schauen!

Wir staunen über die Inder und sie über uns! Meist sind wir eine Eskorte: vorne Eva, dahinter ich auf meinem Thron dem Liegerad, links und rechts davon je ein Motorrad und dahinter einige in der Warteschleife. So mag ich das! Ich werde auch immer zuerst angesprochen und ununterbrochen darf ich die immer selben Fragen beantworten: Wohin? Woher? Was für ein tolles  Fahrrad ist das? Und da vorne Freundin oder Frau? Ich improvisiere und schnell sind Eva und ich verheiratet. Es erscheint mir sicher sich, als Eheleute auszugeben.

Die Natur ist eine Katastrophe – alles Müllhalde – Flüsse und Seen reinste Kloaken. Wobei sie im Nachhinein auf den Foto verlockend aussehen.

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Agra schreit nach Müllabfuhr, nur das Taj Mahal enttäuscht uns nicht! Poeten haben es sicher in ganz wunderbar süßlichen Worten umschrieben – wir schließen uns deren Worten an und finden es einfach eindrücklich schön.

Nach diesem ersten Highlight wollen wir möglichst schnell in den Norden an die Berge. Wegen der Überschwemmungen können wir leider nicht nach Haridwar so entscheiden uns für das schon näher an Nepal liegende Nainital.

Schneller geht es mit dem Touristentaxi – dachten wir! 12 Stunden Adrenalin Tour waren es letztendlich. Ganz klar unser Fahrer war mit diesem Leben nicht zufrieden und er fuhr im festen Glauben an viele Wiedergeburten! An für uns unmöglichen Stellen wird überholt, ausgebremst und abgedrängt! Wir legen vor Schlaglöchern – besser Schlagkratern  ungeahnten Ausmaßes – Vollbremsungen hin oder werden von unseren Sitzen gehoben, weil Entfernung zum Schlagloch und Geschwindigkeit des Autos nicht übereinstimmen. Es wird dunkel – das heißt aber, nicht dass jeder auch ein Lichtlein hat. Wer eines hat, kann es anmachen, muss es aber nicht. Und wer ein ordentliches Licht hat, der macht alles an was leuchtet. Ganz ohne Rücksicht auf Verluste.

Das einzige Lebewesen, dass auf der Straße dick und breit dastehen und dösen darf ist die KUH – mittendrin – das liebt sie. Nein nicht nebenan ins bisschen Grün – sie möchte uns biologische Verkehrsinsel sein – es scheint ihre Bestimmung zu sein, mittendrin zu liegen – ja willkommen! Hier macht sogar unser Fahrer einige Ausnahmen und versucht nicht eine davon zu rammen. Irgendwie kommen wir an.

Wir entspannen an einem idyllischen Bergsee in Nainital bevor wir nach Nepal weiter radeln möchten…

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