Kritik an Norwegens Lachszucht

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Grüne unberührte Berge. Ein klarer Bergbach in den hineingezoomt wird. Und da, der König der Fische. Der Lachs. Alles perfekt in Szene gesetzt, von der Werbeindustrie, wird uns vermittelt, das wir hier ein ehrliches Naturprodukt zu kauf angeboten bekommen. Ein Tier aus der romantisch schönen Natur Norwegens.

Das es sich bei der Zucht der Lachse, mittlerweile im eine Agrarwirtschaft, zu vergleichen mit der Rinder- oder Schweinezucht handelt, ist wohl den wenigsten Bekannt. Von oben seht man in den Fjorden nur unscheinbare Ringe.  Norwegen will sich neben dem Öl, ein neues wirtschaftliches Standbein aufbauen. Bis 2050, soll die Zahl der Lachse sich verfünffachen.

Um dies zu erreichen, werden immer mehr Fjorde für die Zuchtbetriebe freigegeben. Und das mit teils katastrophalen Folgen für die Umwelt. Das Dunkle Geheimnis bei der Lachszucht ist das Meer, in welches jetzt schon rein gekippt wird, was geht. Die Abfallprodukte aus der Lachszucht, sinken auf den Meeresboden ab, wo der Müll für uns unerkannt bleibt.

Aber der Lachs hat ein Problem. Das Problem heißt, Lachlaus. Ein glitischig-braunes Krebstier, das sich an den After und Kiemen des Lachses niederlässt und dann die Schleimhäute der Lachse angreift. Um dem entgegenzuwirken greift man auf ein biologisches Hilfsmittel zurück. Den Putzerfisch. Er soll die gemeine Lachslaus aufspüren und den Lachs davon befreien. Damit der Putzerfisch nicht selbst zu gejagten des Lachses wird, werden Futterkugel bestehend aus brasilianischem Soja in die Becken gepumpt. Computer gesteuert, hocheffizient.

Da diese Methode aber nicht ausreicht um der Lachslaus den Gar auszumachen, werden die Lachse zusätzlich mit Chemikalien desinfiziert. Hierzu werden die Lachs je nach Verfahren, aus dem Becken auf ein Boot gesaugt, dort durch die hoch giftige Chemikalie geschickt, um dann nach einer kurze Klarwasserreinigung in ein anderes Becken entlassen zu werden. Oder man Ummanteln das gesamte Becken mit einer Art Plastiktüte und badet dann die Fische dort drin.  Leider führen beide Varianten dazu, das Restbestände, man ahnt es bereits, ins Meer versickern.

Für Aufregung sorgte allerdings eine Masterarbeit einer Studentin der Universität Bergen 2015, welche die Methode der Lausbekämpfung genauer untersuchte. Die Masterarbeit ergab nämlich, das im Umkreis von mehreren Kilometern um die Lachszuchtanlagen, die Zahl der Krebstiere dramatisch zurück gegangen war. Ja sogar keine Krebstiere mehr am Meeresboden zu finden waren.

Die Studienarbeit bestätigte damit die Aussagen der örtlichen Fischer, die bereits seid Jahren über ein Rückgang der Erträge klagten und die großangelegte Lachzucht bemängelten. Das Fischereiministerium wollte darauf hin eigentlich den Chemicocktail verbieten. Dagegen wehrte sich erfolgreich die Industrie. Die Lachszucht ist schließlich der neue Hoffnungsträger des Landes.

Und so sucht man weiter nach einer Lösung für das Problem. Ergebnis – offen.

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