MTB Transalp von Murnau nach Riva del Garda in 9 Etappen

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Murnau – Achenkirch: 71 km, 770 Hm

Start in Murnau

Optimales Transalpwetter: Sonne und Wolken bei 25° Celcius. Wir starten unsere Tour direkt vor der Haustür. Mit unseren beiden Yeti Enduros und je 10 kg Rucksackgepäck radeln wir erstmal los wie zu einer Feierabendrunde. Die Route führt von Eschenlohe über das schön schattige Eschenlaine Tal hinauf an den türkisblauen Walchensee. Von dort weiter nach Wallgau (guter Stopp für Pause am Supermarkt) und entlang der idyllischen Isar über den Sylvenstein zum heutigen Etappenziel dem Achensee.

 

Achensee

Achenkirch- Inneralpbach: 45 km, 750 Hm

Bei Sonnenschein und etwas herbstlichem Morgennebel über dem Achensee starten wir zur zweiten Etappe. Wir folgen dem Seeweg entlang an die südliche Spitze und kommen ins Alpbachtal. Auf unserem Wald- und Wiesenweg oberhalb des Tals hatten wir immer wieder gute Ausblicke ins Tal selbst. Gegen 14 Uhr landen wir in Inneralpbach. Theoretisch wollen wir noch weiter, doch wir können trotz Smartphonezeitalter und altmodischen Anrufen auf den nun vor uns liegenden Hütten nicht herausfinden ob diese Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

So entscheiden wir hierzubleiben. In dem Wintersportort haben nur zwei Hotels geöffnet und so fällt die Wahl nicht schwer! Wir übernachten im Wiedersbergerhorn für 51 Euro pro Person mit Frühstück. Am Abend stellen wir noch fest dass unser GPS Track den wir uns heruntergeladen haben endet.Wie kann das sein? Mike hat sehr viel Erfahrung mit GPS Tracks und eines der neuesten Geräte auf dem Markt. Über Internet versuchen wir Zugriff zu unserer Route zu bekommen. Doch das funktioniert nicht. So weichen wir auf einen anderen aus, den wir aus dem Internet runterziehen können.

Inneralpbach – Mayrhofen im Zillertal: 56,4 km, 1103 Hm

Inneralpbach

Über einen zunächst guten Forstweg gehts nach oben Richtung Steinbergjoch. Vorbei kommen wir an der Faulbaumalm und der Steinbergalm. Beides kleine Almen welche gelegentlich Essen und Trinken anbieten. Übernachten wäre hier tatsächlich nicht möglich gewesen. Das letzt Stück zum Joch darf das Rad getragen werden, wie es eben zu einer richtigen Transalp gehört. Wir genießen zu zweit den Ausblick vom Steinbergjoch und machen uns danach an eine gut machbare Abfahrt. Auch hier wieder ein paar Almen, aber nichts mit Schlafmöglichkeit. Entlang der Ziller erreichen wir Mayrhofen. Hier nächtigen wir im 3 Sterne Hotel “Zur Post” für 40 Euro pro Person.

Mayrhofen – Sterzing: 67,2 km, 1761 Hm

Gemütlich kämpfen wir uns auf asphaltierter Strasse von Mayrhofen ca. 1000 Hm bergauf zum Schlegeis Stausee. Die Steigung ist stettig aber nie zu steil. Oben angekommen werden wir mit einem wunderschönen Blick auf den tieftürkisblauen See mit den dahinterliegenden Bergen belohnt. Ach und natürlich mit Pommes und Cola am Kiosk s`Raschtl! Wir fahren ein Stück am Stausee entlang bevor wir auf die eigentliche MTB Strecke kommen. Ein herrliches Stück Landschaft liegt nun vor uns auf den nächsten Kilometern Richtung Pfitscherjoch. Wir geniessen den Blick auf den neben uns sich schlängelnden Bach, auf Kühe, Wasserfälle und sanfte Berghügel. Eine Jungkuh lässt es sich nicht nehmen in Mikes Sattel zu beissen als dieser sie gerade filmen will. Dann überqueren wir die Grenze von Österreich nach Italien und rasten anschiessend am Pfitscher Joch Haus.

bei Mayrhofen

Das Pfitscher Joch Haus liegt in den Zillertaler Alpen auf 2276 m Höhe. Die Hütte ist auf dem modernsten Stand: Biosauna, komfortable Zimmer, Badesee und sogar eine Mountainbikegarage mit 30 Plätzen ist vorhanden.

Wir geniessen hier einen schönen Milchkaffee mit Kaiserschmarrn und die anschließende Abfahrt ins Pfitschtal und nach Sterzing. Eine Unterkunft finden wir mitten in der Altstadt im Wipptaler Hof 44 Euro mit Frühstück – gutes Preis- Leistungs- Verhältniss.

Sterzing – Onach (bei St. Vigil): 63,4 km, 1608 Hm

Die heutige Etappe ist ein ständiges auf und ab. Das zehrt etwas an den Kräften. Ein bisschen entlang der Brennerautobahn, dann wieder durch einsamen Wald. Wir beenenden die Tour in Onach einem sehr kleinen Ort irgendwo vor St. Vigil. Das gleichnamige Hotel Onach ist voll. Uns wird aber ein privates Zimmer für 30 Euro die Nacht angeboten. Wunderbar!

Onach – Cortina d`Ampezzo: 49,6 km, 1364 Hm

Dolomiten

Heute morgen genossen wir das reichhaltigste und zugleich günstigste Frühstück aller Zeiten. So gut gestärkt konnte es weitergehen. Erstmal auf Asphalt nach St. Vigil und von dort weiter zur Pederü Hütte. Eigentlich ist es mehr ein Gasthaus von dessen Terrasse wir nun auf die kommenden Bergriesen der Dolomiten blicken. Wir sehen den Weg schon vor uns den es sich hochzukämpfen gilt. Doch vorher gönnen wir uns noch etwas Cappuchino! Ab jetzt geht es auf Kies weiter. Mit der nötigen Geduld erreichen wir schneller als erwartet eine Art Hochpaleau. Kurz nach Mittag kehren wir schon in die hübsch hergerichtete Fanes Hütte (2060m) ein. Hier ist die Renovierung und das nebeneinander zwischen Alt und Neu besonders gut gelungen – finden wir. In uriger Gaststube schlagen wir uns erstmal den Magen voll. Danach soll es nochmal etwas bergauf gehen. Zum Limopass auf 2174 Metern.

Danach verlässt uns der Gutwettergott. Spontan entscheiden wir möglichst schnell abzufahren und der kürzeste Weg führt über guten Schotterweg nach Cortina d`Ampezzo. In Regenkluft sausen wir nach unten ins Tal. Wir finden ein süsses, bezahlbares Hotel dass uns durchweichte und verschlammte Radler aufnimmt. Das Pontejel Hotel ist wirklich mit viel liebe zum Detail eingerichtet. Hier können wir schön trocknen.

Cortina d`Ampezzo – Canazei: 65,4 km, 1787 Hm

Passo Prodoi

Da wir am Vortag anders als geplant aggefahren sind müssen wir einen kleinen Bogen zurückmachen und unsere Route mal wieder umgestalten. Aufgrund des Mischwetters einscheiden wir uns heute für eine eher untypische Mountainbiketour. Dabei überqueren wir auf gemütlicher Strasse zwei Pässe: den Passo Falzarego mit 2117 Hm und den Passo Pordoi mit 2260 Hm und fühlen uns danach wie Rennradhelden. Zumindest blieb es trocken und wir konnten immer wieder geniale Blicke auf die Dolomitengipfel genießen. Beim Abfahren wird es spürbar kalt. Wir ziehen alles an was wir dabei haben und doch klappern die Zähne etwas als wir in Canazei ankommen. Hotel Rita bietet eine sehr nette Unterkunft mit Halbpension für 65 Euro pro Person.

Canazei – Trento: 107,4 km, 570 Hm

Am Morgen ist es soweit. Wir sehen den Schnee in den Bergen! Also zögern wir die Abfahrt lange hinaus und ziehen dann doch wieder alles an was wir dabeihaben. Was landen wir auch im Spätsommer in einem Wintersportort. Wir ergreifen die Flucht Richtung Tal und Süden. Und tatsächlich mit jeder Stunde wird es wärmer und wir können uns nach und nach von unseren Klamotten trennen. Wir haben wirklich Glück und folgen ganz einfach einem ausgeschriebenen Radweg der uns fast ausschließlich bergab führt. Kaum zu glauben, aber anders hätte ich wohl mit dem grobstolligen MTB keine 107 km geschafft. In Zahlen bedeutet dass von 1450Hm auf 193 Hm über 100km. Die Sonne ist zurück. Wir finden im schönen Trento ein scheussliches Hotel: Sporting 4. Nicht zu empfehlen.

Trento – Riva del Garda: 40km

Trento

Diese Etappe war ein Genuss. Mit Sonne können wir die nun noch wenigen Kilometern bis Riva del Garda auskosten. Wir beenden diese Transalp offiziell am Hafen in Riva. Wir springen in den kühlen Gardasee und essen Pizza – obwohl wir davon eigentlich schon genug haben! Eine gelungene Tranalp mit viel Flexibiltät 🙂

Die Rückfahrt:

  • Rad: Riva – Rovereto ca. 1,5h (21km)
  • Zug
    • spontan am Schalter gebucht: Rovereto – Bozen – Brenner für 41 Euro für zwei mit Bike
    • am Automat oder im Zug gekauft: Brenner – Innsbruck 18 Euro für zwei mit Bik
    • am Schalter in Innsbruck: Innsbruck – Murnau 60 Euro für zwei mit Bike

Gesamtkosten Rückfahrt: 120 Euro zu zweit

Abfahrt 11.40 Uhr, Ankunft 18.3o Uhr

Warum keine Hüttenübernachtung?

Wir bleiben auf unseren Touren gerne spontan und suchen uns die Übernachtung dadurch erst vor Ort. Damit scheiden Hüttenübernachtungen häufig aus. Maximal bekommt man noch einen Lagerplatz. Wer dort schonmal genächtigt hat weiss wie unentspannt dass sein kann. Zudem sind die Preise auf den Hütten selbst für solche einfachen Schlafplätze mittlerweile gesalzen. Tatsächlich haben wir diesmal in den Orten sicher komfortabler und günstiger übernachtet.

Ein absoluter Fehlkauf: Transalp Buch Stanciu

Im Vorfeld haben wir lange überlegt wie wir die Route planen. Nur Karten? Nur GPS? Jedenfalls haben wir uns das teure Transalp Buch Permium von Uli Stanciu geholt. Die Premium Edition mit GPS für 99,90 Euro! Ein absoluter Fehlkauf.  Im Buch sind die Touren zwar umschweifend beschrieben, wesentliches fehlt jedoch. Zum Beispiel, wann kommt wo eine Unterkunft. Das Programm zur eigenen Tourenplanung ist kompliziert, veraltet und unlogisch. Einfach unbrauchbar! Der GPS Track war schlichtweg zu gross und liess sich nicht auf ein handelsübliches Gerät von Garmin überspielen. Der Hinweis, das man den Track selbst zerstückeln muss, um es zum Beispiel auf unserem Garmin nutzen zu können, fehlte komplett. Mit sachlicher Kritik und Hinweisen, zu den aus unserer Sicht überteuerten GPS Tracks, den fehlenden detalierten Hinweisen im Buch zu den jeweiligen Transalp, den fehlenden Etappen Vorschlägen usw. schien der Autor nicht umgehen zu können.

Achtung: Wenn man Herrn Stanciu anschreibt, kann es passieren, das man automatisch in seinen Newsletter mit aufgenommen wird. So ist es uns passiert mit einem Newsletter “Am 02.09.2017 um 13:49 mit dem Titel: Bike GPS: EMTB Adventure Testival Gardasee (2)”

 

Eva & Mike Strübing

Wir, die gebürtige Oberpfälzerin Eva und der gebürtige Berliner Mike schreiten seit 2006 gemeinsam durchs Leben. Die Lust am Reisen, am Sport und das Erleben anderer Kulturen schweißt uns zusammen. Ein Leben ohne bewußtes erleben wäre für uns beide nicht vorstellbar. Den Leben ist Reisen, wie reisen leben ist.

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