Wildcamping weltweit

Freiheit, Ruhe, Einsamkeit, Stille und ein grenzenloser Sternenhimmel. Dieser idyllische Moment, den wir in den Filmen – und zunehmend auch auf Instagram – sehen, in dem eine Gruppe von Freunden um ein improvisierten Lagerfeuer sitzen, bevor sie mitten in der Natur schlafen geht, ist ein gern vermitteltest Bild des freien Campings. 

Wer keine Lust hat auf Hipster Campingplätze, wo sich Luxusmobil, neben Luxusmobil drängeln, für den ist Wildcamping eine Alternative. Das streben nach Freiheit und Unabhängigkeit ist dennoch auf Regeln angewiesen, damit auch noch anderen in den Genuss dieser Freiheit kommen können.

Übersicht

Die Vorteile von Wildcamping:

  • Ruhe und Entspannung in der Natur
  • keine Abhängigkeit von irgendeinem Service
  • Unabhängigkeit
  • Keine Öffnungszeiten auf Campingplätzen

Nachteile von Wildcamping:

  • Befüllung und Entsorgung von Wasser und Abwasser
  • Stromversorgung
  • Schwierigkeiten bei Platz suche

Grundregeln für das Wildcampen

  • nicht in Sichtweite von Wohngebieten campen
  • nicht in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Landschaftsschutzgebieten oder Jagdbanngebieten campen
  • Verbotsschilder respektieren
  • kein Dauercamping an einer schönen Stelle begingen
  • nicht auf landwirtschaftlichen Flächen campen
  • die Campingstelle so verlassen, wie man sie vorgefunden hat: kein Müll, Menschliche Endprodukte vergraben
  • kein offenes Feuer
Siddharta Highway Route

Hinweis

Es gibt immer wieder Berichte von Reisenden, die groß über Wildcamping aus Ländern berichten, in denen es verboten ist. Tatsächlich gibt es Ländern, in denen es den Anschein macht, das Wildcamping zumindest geduldet wird.

So habe ich auch meine positiven Erfahrungen in Europa sammeln dürfen. Ab und zu hat mich sogar die Polizei an schönere Campingstellen verwiesen. 

Aber es gibt auch Menschen, denen Camper ein Dorn im Auge sind. Daher bleibt immer ein Restrisiko beim Wildcamping, erwischt oder abgemahnt zu werden. Grundsätzlich ist Wildcamping in fast allen Ländern Europas verboten oder es bewegt sich in einer großen Grauzone.

Unterschiede in der Art des Wildcampings

Wie schaut es mit dem Wildcamping im Wohnmobil, Zelt oder unter freien Himmel im Schlafsack aus? Die Gesetzeslage ist in den Ländern sehr unterschiedlich. Grundsätzlich kann aber schon gesagt werden, das Biwakieren, also das Schlafen unter freiem Himmel, nicht als campieren gewertet wird. Wohin gegen der Aufbau von Tischen und Stühlen vor dem Wohnwagen in einigen Ländern schon höchst Problematisch sein kann.

Jedermannsrecht

Das Jedermannsrecht ist ein in Nordeuropa (Norwegen, Schweden und Finnland), Schottland und in der Schweiz beschriebenes Gewohnheitsrecht. Dieses regelt die Nutzung der Wildnis und gewissen privaten Landeigentums. In Schweden und Finnland existiert kein Jedermannsrecht in schriftlicher Form. Die Grenzen des erlaubten sind in anderen Gesetzen geregelt.

In Schottland wurde mit der Land Reform (Schottland) Act 2003 der Zutritt zu unkultiviertem Land festgeschrieben. Dies erlaubt jedem Menschen den freien Zutritt.

Eine Ausnahme bildet Dänemark. In Dänemark gibt es kein historisch gewachsenes Jedermannsrecht. Allerdings wird hier in einer Vielzahl an Wäldern versucht, das campieren für nicht motorisierte Reisende zu ermöglichen.

Was nun das Übernachten angeht, so erlaubt das Jedermannsrecht dies für ein Tag. Befindet sich der gewünschte Platz in der Nähe von Wohngebieten, so muss dort eine Erlaubnis fürs kampieren eingeholt werden.

Für Norwegen im speziellen ist ein mindesten Abstand von 150 m gefordert. Mindestens aber soviel, das die Bewohner der Häuser nicht gestört werden.

Auswahl des Campingplatzes

Um den perfekten Ort auszuwählen, musst Du über verschiedene Variablen nachdenken:

  • Sonnen und Schattenplätze – gerade am morgen kann es für Camper sinnvoll Seiten auf der Sonnenseite zu stehen. Das Zelt trocknet schneller und ist somit schneller wieder verstaubar. 
  • Versteckte Plätze – machen wir uns nichts vor. Auch Wildcamper müssen mal ein Geschäft erledigen. Das man dies verbuddelt setzen wir als bekannt voraus. Aber habe ich auch einen ruhigen Platz an meinem Ort dafür. 
  • Fluchtwege – Kann an sich im Notfall schnell vom Platz entfernen. Dies ist gerade für Wohnmobilbesitzer oder VanLife Fans von großem Interesse

Der Wildcamping Code

Mal abgesehen von den Verhaltensregeln gibt es auch noch andere Dinge zu beachten, damit die Nacht ungestört erfolgen kann. Hier einige Tipps von uns:

  1. Campe hinter Hügeln gut versteckt, abseits der Hauptpfade, Häuser und der Landwirtschaft.
  2. Beschränke die Personenzahl (und damit auch die Anzahl der Zelte) auf ein Minimum.
  3. Baue Dein Lager spät in der Nacht auf und packen früh morgens wieder zusammen.
  4. Wenn Du Zweifel hast, ob Du am gewählten Ort campen kannst, wähle einen anderen Ort.
  5. Frage höflich bei Personen nach, auf dessen Grund Du übernachten möchtest
  6. Versuche Lärm zu vermeiden, Partys fallen aus!
  7. Respektiere das Land, auf dem Du campierst. Zertrete keine Pflanzen und bewege keine Stein. Halte mindesten 100m Abstand zu Flüssen oder Seen.  
  8. Nimm nichts außer Fotos mit. Verlasse den Ort immer so, wie Du ihn vorgefunden hast
  9. Kein idyllisches Lagerfeuer, Kochen auf das nötigste Beschränken
  10. Bringe einen Behälter zum Waschen mit Seife oder Waschmittel mit; Bäche und Flüsse nicht mit Reinigungsmitteln verunreinigen.
  11. Bioabfälle müssen vergraben werden

Wildcamping in Deutschland

Wildcamping in Deutschland ist grundsätzlich verboten. Aber es gibt Grauzonen. Die Regelung ist zu dem Ländersache. Generell gilt, dass das Wildcampen in Naturschutzgebieten strengstens verboten ist. Das Gleiche gilt für alle Küstenbereiche in Deutschland, da diese gesonderte Schutzgebiete sind.

Im sogenannten Betretungsrecht, laut §59 des Bundesnaturschutzgesetzes, ist geregelt:

  • Das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung ist allen gestattet 
  • Das Betreten des Waldes richtet sich nach dem Bundeswaldgesetz und den Waldgesetzen der Länder sowie im Übrigen nach dem sonstigen Landesrecht. Es kann insbesondere andere Benutzungsarten ganz oder teilweise dem Betreten gleichstellen sowie das Betreten aus wichtigen Gründen, insbesondere aus solchen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Feldschutzes und der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung, zum Schutz der Erholungsuchenden, zur Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Grundstücksbesitzers einschränken.
 

Daraus kann man schließen, das eine mehrstündige Erholung im Wald unter einem Baum, oder auch das Übernachten hier nicht explizit verboten sind.

Allerdings gibt es einen Unterschied, zwischen Zelten und dem nächtigen unter freiem Himmel. Hier gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Das Zelten im Wald ist in allen Bundesländer gleichermaßen verboten.

Übernachten in FREIER LANDSCHAFT.

Als Freie Landschaft zählen die  „Gebiete außerhalb des Waldes – wo ein eigenständiges Betretungsrecht greift – und außerhalb der bebauten Ortslagen“ (Bundesnaturschutzgesetz §44). Leider gibt es aber auch hier das Problem, das es nicht klar geregelt ist. Zudem ist für Außenstehende immer schwer zu erkennen, ob man sich gerade auf einem öffentlichen oder Privaten Grund befindet.

Die Alternative für Draußenschläfer sind von Touristenverbänden geschaffene Plätze. Diese liegen in der Regel, entlang von Wanderwegen. Meist sind diese auch Gebührenpflichtig. Im Schnitt liegt der Preis pro Zelt und Nacht bei 10 – 15 Euro pro Nacht.

Schleswig-Holstein bietet auf der Webseite www.wildes-sh.de eine gute Übersicht.

Wer auf dem Soonwaldsteig im Hunsrück unterwegs ist, kann sich vorab auf soonwaldsteig.de/trekkingcamps, für entsprechende Camps registrieren.

Wer auf dem Forststeiges Elbsandstein unterwegs ist, wird auf der Webseite trekkinghuetten.de fündig.

Übernachtungsplätze im Schwarzwald findet Ihr unter www.naturparkschwarzwald.de

Wildcamping in Finnland
Wildcamping in Finnland

Wildcamping in Deutschland

Wildcamping in Deutschland ist grundsätzlich verboten. Aber es gibt Grauzonen. Die Regelung ist zu dem Ländersache. Generell gilt, dass das Wildcampen in Naturschutzgebieten strengstens verboten ist. Das Gleiche gilt für alle Küstenbereiche in Deutschland, da diese gesonderte Schutzgebiete sind.

Im sogenannten Betretungsrecht, laut §59 des Bundesnaturschutzgesetzes, ist geregelt:

  • Das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung ist allen gestattet 
  • Das Betreten des Waldes richtet sich nach dem Bundeswaldgesetz und den Waldgesetzen der Länder sowie im Übrigen nach dem sonstigen Landesrecht. Es kann insbesondere andere Benutzungsarten ganz oder teilweise dem Betreten gleichstellen sowie das Betreten aus wichtigen Gründen, insbesondere aus solchen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Feldschutzes und der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung, zum Schutz der Erholungsuchenden, zur Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Grundstücksbesitzers einschränken.
 

Daraus kann man schließen, das eine mehrstündige Erholung im Wald unter einem Baum, oder auch das Übernachten hier nicht explizit verboten sind.

Allerdings gibt es einen Unterschied, zwischen Zelten und dem nächtigen unter freiem Himmel. Hier gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Das Zelten im Wald ist in allen Bundesländer gleichermaßen verboten.

Übernachten in FREIER LANDSCHAFT.

Als Freie Landschaft zählen die  „Gebiete außerhalb des Waldes – wo ein eigenständiges Betretungsrecht greift – und außerhalb der bebauten Ortslagen“ (Bundesnaturschutzgesetz §44). Leider gibt es aber auch hier das Problem, das es nicht klar geregelt ist. Zudem ist für Außenstehende immer schwer zu erkennen, ob man sich gerade auf einem öffentlichen oder Privaten Grund befindet.

Die Alternative für Draußenschläfer sind von Touristenverbänden geschaffene Plätze. Diese liegen in der Regel, entlang von Wanderwegen. Meist sind diese auch Gebührenpflichtig. Im Schnitt liegt der Preis pro Zelt und Nacht bei 10 – 15 Euro pro Nacht.

Schleswig-Holstein bietet auf der Webseite www.wildes-sh.de eine gute Übersicht.

Wer auf dem Soonwaldsteig im Hunsrück unterwegs ist, kann sich vorab auf soonwaldsteig.de/trekkingcamps, für entsprechende Camps registrieren.

Wer auf dem Forststeiges Elbsandstein unterwegs ist, wird auf der Webseite trekkinghuetten.de fündig.

Übernachtungsplätze im Schwarzwald findet Ihr unter www.naturparkschwarzwald.de

Wildcamping in Island

Sofern kein offizieller Zeltplatz in der Nähe ist, ist das Wildcamping erlaubt. Ausgenommen hier von sind Naturschutzgebiete und Nationalparks.

Das Wildcampen in Wohnmobilen ist grundsätzlich in Island nicht gestattet. Ausnahme bildet hier, wenn die Erlaubnis zum Campieren auf einem Privatgrundstück gegeben wurde. Oft sind die Isländer recht freundlich und stimmen einer Übernachtung auf Ihrem Grund zu.

Wildcamping in Polen

In Polen ist das Wildcamping verboten. Meist wird es aber geduldet.

Wildcamping in Holland & Belgien

Wildcampen in Holland & Belgien ist offiziell verboten. Vor allem in Küstennähe und in Touristengebieten ist Vorsicht geboten. Hier wird verstärkt kontrolliert.

Wildcamping in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Bosnien, Serbien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, den Kosovo und Mazedonien

Hier ist das Wildcampen zwar offiziell ebenso nicht gestattet, jedoch hat man in den dortigen Ländern einen recht entspannten Umgang damit.

Wildcampen in Estland, Lettland und Litauen

In Estland, Litauen und in Lettland galt der Grundsatz, das Wildcampen so lange erlaubt ist, wie es nicht verboten ist. Allerdings ist es in Naturschutzgebieten oder Nationalparks verboten.

Wildcampen in Österreich

In Österreich ist nicht gestattet und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 14.500 Euro geahndet.

Wildcampen in Spanien, Italien und Portugal

In diesen Ländern ist das Wildcampen verboten. Gerade in Italien ist das Camping im Wald, auf freien Flächen und am Strand strengstens Untersagt. Allerdings drückt die Polizei oft ein Auge zu, wenn man das Camping dort nicht übertreibt.

Reiseplanung

Wildcamping in Irland

In Irland ist offiziell verboten.

unterwegs zum Nordkap

Wildcamping in den USA und Kanada

In Städten, Nationalparks ist das Wildcamping in den USA und Kanada strengstens Verboten. Auf öffentlichem Land hingegen ist das Wildcamping erlaubt. Wichtig ist aber, auf die Beschilderung zu achten. Es gibt gewisse „Rest Areas“ in denen das Übernachten erlaubt ist.

In den nördlichen Region ist Wildcamping auch nicht ganz ungefährlich. Mal abgesehen von den Bären können auch Waldbrände gefährlich werden.

Wildcampen in Mexiko und Südamerika

In Mexiko ist durch die weitverbreitete Kriminalität von Wildcamping grundsätzlich abzuraten. Das Gleiche gilt für den Großteil Südamerikas. Ist man wirklich in einer einsamen Region so kann man das übernachten wagen. Bei dem Rest empfiehlt es sich bei Hausbesitzern oder Grundstückseigentümern zu fragen. Hier ist jedoch Menschenkenntnis angebracht.

Wildcampen in Asien

In Asien ist Campen im Allgemeinen nicht groß verbreitet. Das Wildcamping wird in einer Vielzahl der Ländern geduldet. Jedoch gibt es Regionale Unterschiede, was Korruption oder Menschenansammlungen angeht. In Indien oder Nepal wird es sicher schwerfallen, einen einsamen Schlafplatz zu finden.

Wohin gegen in Laos, Kambodscha und Vietnam, bedingt durch den Vietnamkrieg in manchen Regionen noch zahlreiche Minen verbuddelt sind.

Wildcamping in Australien

In Australien ist Wildcamping erlaubt, soweit es nicht durch Schilder verboten wird. In Nationalparks und Naturschutzgebieten darf nur in gekennzeichneten Arealen gecampt werden.

Zu beachten ist, das ein Wilder Campingplatz in Australien nie in einem trockenen Flussbett aufgebaut werden sollte. Hier kann es zu Überflutungen kommen, wenn es 100 km weiter geregnet hat.

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