Mit dem Motorrad um die Ostsee – Teil 4

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Etappe 4: Finnland

Strecke: Rovaniemi, Posio (Lappland), Oulu, Vaasa, Rauma, Turku, Helsinki, Lappeenranta (Karelien) ; ca 2.500 km; 9 Unterkünfte; schönes Wetter bis 25 Grad, nur ein halber Regentag

Nach einem sensationellen Abstecher zu den Lofoten ging es für uns über Nordschweden in Richtung Finnland. Ich, die Exsozia Ulla, und mein Partner Thomas haben die einmalige Landschaft Norwegens auch Motorrad fahrerisch so richtig genossen.

Auf dem Weg nach Osten besuchten wir die Bergbaustadt Kiruna in Schweden mit dem weltweit größten Eisenerzbergwerk. Mein Tipp: Bucht eine Besichtigungsfahrt mit dem Bus durch das gigantische Stollensystem.

Bergwerk von Kiruna

Finnische Grenze

Und dann fanden wir sie endlich, die finnische Grenze, nachdem wir wieder einmal hier in der Wildnis von Nordschweden 15 Kilometer Schotterpiste gefahren waren. Aber, was soll ich Euch sagen: Bisher war der Begriff Wildnis geschenkt! Hier in Finnisch-Lappland ist die Wildnis wirklich wild. Da gibt’s auch schon mal Schotterpisten von 50 Kilometern. Es verging keine Fahrt, bei der wir nicht Rentiere auf der Straße antrafen. Über die Rentierzucht und viele andere Natur-, Kultur- und Geschichtsthemen gibt das Arktikum von Rovaniemi anschaulich Auskunft. (Eintritt 13 Euro)

Kilometerlange Pisten in Lappland

Begegnung mit Rentieren

Bekannt ist Rovaniemi zudem durch seine Lage am Polarkreis, dem Arctic Circle. Hier wohnt der Weihnachtsmann und betreibt ganzjährig das Weihnachtspostamt, zahlreiche Souvenirshops und einen unterirdischen Santa Park.

Am Polarkreis

Seenlandschaft bei Posio (Lappland)

Bedeutend ruhiger ging es zu in der unendlichen Wildnis der Taiga. Hier trafen wir nur selten auf andere Verkehrsteilnehmer. Finnland ist das waldreichste Land Europas mit 65 Prozent Waldfläche. Außerdem hat das Land rund 10 Prozent Wasserfläche, davon 188.000 Seen. (Visit Finland)

In Oulu erreichten wir wieder die Ostsee. Erstaunt hat mich die moderne Architektur und das weitläufige, gepflegte Erscheinungsbild der Universitätsstadt. – Ebenso modern, aber mit einer Anzahl klassizistischer Bauten, präsentiert sich die Hafenstadt Vaasa an der engsten Stelle des Bottnischen Meerbusens. Beide Städte sind mit den Zweirädern bestens zu befahren.

Besonders eindrucksvoll war ein Ausflug mit den Motorrädern zum Kvarken-Archipel, der einzigen finnischen Landschaft, die von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen wurde. Diese finnischen Schären haben wir über die imposante Raippaluto-Brücke besucht. Wir lenkten unsere Bikes über die Insel Björkön bis zum kleinen idyllischen Fischerhafen Svedjehamn.

Kvarken-Archipel

Kunstprojekt mit Puppen

Bevor wir weitere Inseln erkundeten, staunten wir auf dem Transfer in den Süden Finnlands in der Kleinstadt Rauma über 600 gut erhaltene Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert (UNESCO-Weltkulturerbe) und über ein irres Kunstprojekt in Uusikaupunki im Südwesten des Landes. Uns begrüßten hier 140 lebensgroße Puppen.

Nächster Stopp auf unserer Ostsee-Tour: die große Hafenstadt Turku mit der vorgelagerten Inselwelt des Turku Archipelago. Diese Inselgruppe an der Südwestspitze Finnland besteht aus etwa 25.000 Inseln, Inselchen und Felsbrocken im Meer. Für Kapitäne eine echte Herausforderung! Mein Tipp: Macht eine Tagesrundtour über die Inseln; sie ist etwa 250 Kilometer lang und Ihr könnt dabei fünf kostenfreie Fähren nutzen.

Das Wasser der Ostsee spielte auch bei unserer nächsten Station eine entscheidende Rolle: Helsinki, Finnlands faszinierende Hauptstadt, eine gelungene Mischung aus moderner Architektur und klassizistischen Bauwerken, vereint durch breite Straßen und viele Grünflächen. Und wieder: Wasser ohne Ende! Die Finnen haben’s drauf: Die haben sogar Wasser im Wasser, ein beheiztes Schwimmbad mitten im Hafenbecken!

Hafen von Helsinki

Eine Bootsrundfahrt durch den Hafen und die vorgelagerte Inselwelt lohnt sich auf jeden Fall. Zu Fuß und per Leihfahrrad (pro Tag nur 5 Euro) erkundeten wir kreuz und quer die Stadt und deren Hauptsehenswürdigkeiten wie den Dom, den Marktplatz, die Felsenkirche und die Nobel-Einkaufsstraße Esplanade. Sehenswert auch: die historische Markthalle am Hafen.

Spaß am Saimaa-See in Karelien

Als letzte Station in Finnland steuerten wir Karelien an, Teil der finnischen Seenplatte, die ein Drittel des Landes ausmacht. Vom Süden bei Lappeenranta verschafften wir uns einen Eindruck. Anders als erwartet ist die Gegend recht hügelig und bewaldet. Daher blieb der Blick von der Straße aus auf die zahlreichen Seen oft versperrt.

Am Saimaa-See, mit 4.370 Quadratkilometern der größte See Finnlands und der viertgrößte Europas, legten wir noch einmal eine Verschnaufpause ein, bevor es dann in ein neues Land gehen sollte.

Demnächst berichte ich Euch über Russland. „Tapaavat jälleen Finnland“ – „Auf Wiedersehen Finnland!“

(Teil 1,2 und 3 unserer Reise könnt Ihr hier im Archiv nachlesen. Weitere Impressionen von unseren Reisen auf der Website   www.ex-sozia.de   oder unter   Ulla Kugler  bei Facebook.)

Die anderen Berichte:

 

 

 

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