Steffi & Lui im Interview – 47 Länder ein Kontinent

Steffi und Lui aus der Schweiz haben sich vorgenommen, alle 47 Länder in Europa zu bereisen. 45 davon haben die beiden auf ihrer VanLife-Reise mit dem Campervan bereits erkundet.

Ein Nonstop-Roadtrip durch Europa. 

Hier stehen uns die beiden in unserer Serie gooutTALKcrazy Rede und Antwort. 

Wann und wo seid Ihr geboren?

Wir sind beide im Kanton Thurgau in der Schweiz geboren und bis auf ein paar Monate gleich alt. Steffi ist 33, Lui 34 Jahre alt.

Was habt Ihr vor Eurem Reiseabenteuer gemacht?

Vor unserer Reise durch ganz Europa haben wir normal gearbeitet. Lui als Chefredakteur bei einer Zeitung, Steffi als Eventmanagerin auf einem Erlebnisbauernhof.

Ihr seid in 2 Jahren alle 47 Länder in Europa mit Eurem Van abgefahren. War das von vornherein so geplant?

Nicht ganz, es waren leider „nur“ 45 Länder. Island fehlt uns noch. Der Plan, alle Länder auf dem Kontinent zu bereisen, bestand von Anfang an. Grund dafür war, dass wir unseren Kontinent mit den Kontrasten und den verschiedenen Ländern besser kennenlernen wollten. Die Idee ist bereits auf unserer Weltreise entstanden, als man uns in Neuseeland von Europa vorschwärmte und wir die Orte teilweise nicht kannten…

Freistehen in Schweden
Freistehen in Schweden

45 Länder in zwei Jahren, war das nicht ein bisschen viel? Da ist doch effiziente Planung alles, oder?

Doch, es ist sehr viel. Trotzdem war es ein unvergessliches Abenteuer und wir wissen nun genau, in welchen Ländern wir noch mehr Zeit verbringen wollen. Gereist sind wir mit den Jahreszeiten, da ist die Planung das A und O. Trotzdem hatten wir nie einen strikten Routenplan.

Kamen Euch in der Reisevorbereitung jemals Zweifel an dem, was Ihr plant?

Hmm, wir sind schon ziemlich erfahren, was das Reisen angeht und haben unsere Leben in der Schweiz schon für die Weltreise einmal abgebrochen. Trotz der Erfahrung macht man sich aber immer Gedanken, ob es die richtige Entscheidung war und ob alles gut gehen wird. Da ist vor allem Lui ein Spezialist, er macht sich um alles und jeden sofort Sorgen.

Gab es einen herausragenden positiven Moment auf der Reise, der Euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da gibt es viele, aber nicht den einen Moment. Viel mehr war es die positive Überraschung auf dem Balkan. Niemals hätten wir vorab so freundliche Menschen in so unglaublich tollen Ländern erwartet. Da standen uns die Vorurteile zu sehr im Weg.

Planung

Gab es negative Erlebnisse oder Zusammentreffen auf die Ihr gerne verzichtet hättet?

Nein, so konkret nicht. Die Grenzübertritte an den EU-Aussengrenzen haben sich oftmals sehr in die Länge gezogen und in Istanbul wurde unser Camper einmal eine Nacht lang als Sichtschutz der Polizei genutzt. Das war ein bisschen unschön, denn die haben da die halbe Nacht hindurch Personen durchsucht und auch Drogen gefunden. Aber ansonsten hatten wir ungelogen eine wundervolle Zeit.

Was war schöner als Daheim?

Gute Frage, eigentlich fast alles. Jeden Tag ein anderer Vorgarten, jeden Tag ein Abenteuer. Die Jahreszeiten hautnah erleben und viel mehr in der Natur sein. Dazu an den schönsten Orten in Europa übernachten und vor allem immer gutes Essen. Einzig unser Kater hat uns auf der Reise gefehlt.

Was war anstrengender als Daheim?

Die Suche nach einem Schlafplatz, immer genug Wasser und Strom zu haben und allgemein alles zu organisieren. Da kommt man abends nicht einfach nach Hause, macht die Tür zu, geht duschen und lädt das Handy. Das muss alles wohlüberlegt sein.

Bardenas Reales Felsen - Spanien

Was war für Euch  schwieriger auf Reisen: Das Losfahren oder das Zurückkommen?

Da gehen bei uns die Meinungen klar auseinander. Für Lui war das Losfahren schwierig und das nach Hause kommen schön. Für Steffi war das Losfahren schön und das nach Hause kommen eher ungewollt.

Was bedeutet Heimat für Euch?

Heimat ist da, wo wir beide sind, egal wo auf der Welt. Heimat ist für uns mittlerweile auch unser Camper. Egal wo der Bus steht, wenn wir die Türen schließen, sind wir zu Hause.

Wie habt Ihr Eure Reisen finanziert?

Wir hätten die angepeilten zwei Jahre, die wir unterwegs sein wollten, aus unserem Ersparten finanzieren können. Mit der Zeit aber wurde unser YouTube-Kanal so groß, dass dieser zusammen mit Kooperationen und Aufträgen auf Messen und für Magazine die Reisekasse deckte.

Dann wart Ihr sowas wie Digitalnomanden?

Digitalnomaden, ein schöner Begriff der Moderne. Ich stelle mir dann immer vor, dass man die Arbeit am Strand so nebenbei macht.
Ein Trugschluss ganz klar. Bei uns kam durch die hohe Taktung der YouTube-Videos und Beiträge auf Social Media auf einen Tag unterwegs sein ein Tag arbeiten. Damit ist es aber noch nicht getan, denn man braucht dazu auch immer Internet und Netzempfang. Zudem müssen die weitere Reise und die Beiträge auch geplant werden. Schlussendlich ist das Reisen als digitaler Nomade kein Rosenleben, vielmehr ist es fast wie zu Hause, nur oft mit einer schöneren Aussicht.

Welchen wichtigen Tipp könnt Ihr anderen Abenteurern mit auf den Weg geben?

Mach jede Reise mit deinem Herzen, sei positiv eingestellt und schenke den Menschen in den Ländern ein Lächeln, dann bekommst du auch eines zurück.

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