Lofoten – ein ehrlicher Bericht

Die Lofoten sind seit Jahren ein beliebtes Reiseziel. Sie versprechen Ruhe, schroffe Natur, einsame Strände, salzigen Trockenfisch, traditionelle Fischerdörfer und hunderte Kilometer an Wanderwegen. Selbst die Norweger preisen die Lofoten als eines der schönsten Reiseziele ihres Landes an.

Übersicht

Karte

Aber sind wir ehrlich! Die Insel hat 25.000 Einwohner. Im Jahr kommt rund eine Million Besucher hierher. Was das bedeutet weiß Jeder. Die Sommersaison ist kurz. 

Wer sich aber die Zeit nimmt von der Hauptroute Abzuweichen und auch mal schlechtes Wetter Auszusitzen kann, der hat die Chance  auf spektakuläre Natur in ihrer reinen Erscheinungsform.

Ein einziges Fotomotiv

Die Lofoten sind bei schönem Wetter ein einziges Fotomotiv. Wenn Webseiten die 25 besten Orte für Fotomotive empfehlen, dann untergraben sie die Schönheit anderer Orte. 

Denn was ist schon das „Beste“ oder „Schönste“?  Doch sollte man nicht den Fehler machen, sich die Lofoten nur durch die Linse seiner Kamera anzuschauen, man sollte sich viel mehr die Zeit nehmen, die Ruhe zu genießen.

Reine
Reine

Drohnen Fliegen

Ein gutes Beispiel für die Jagd nach Bildern war das Fischerdorf Henningsvaer, 50 Kilometer von Solvaer entfernt. Hier gibt es am Ende des Ortes einen einmalig gelegenen Fußballplatz. Mit Drohne lassen sich hier tolle Aufnahmen machen. So auch wir. Nun waren wir beim Start unserer Drohne alleine. 

In kurzer Zeit kamen einige andere dazu, welche ohne Rücksicht auf Verluste ihre Flugobjekt einfach so steigen ließen. Egal wer da noch gerade so in der Luft war. 

Am besten gefiel mir ein Paar, dass bis vorne rangefahren ist. Er blieb im Auto sitzen und Sie hetzte die Drohne in den Himmel. Alles nur, um bei Instagram mit tollen Bildern gut dazustehen, oder?

Übernachtungen

Was Übernachtungsmöglichkeiten angeht ist es so, das Radreisende und Wanderer immer die Chance auf eine Übernachtungsmöglichkeit haben. Und sei es „nur“ im Zelt. Bei den Wohnmobilisten unter uns, sieht es auf den Lofoten schon anders aus. 

Nicht dass es keine Chance mehr auf das Freistehen gibt, aber es bedarf einiger taktischer Überlegungen, um seinen Wunschplatz auch zu bekommen. 

Wie die Aussieht, muss jeder für sich entscheiden und seinen eigenen Weg finden. Nutzt die einschlägigen Apps für Euren Lofotenaufenthalt.

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Henningsvaer Fussballplatz
Henningsvaer Fussballplatz

Reinebringen

Als wir auf  den Lofoten ankamen war es 14 Uhr. Es regnete und sollte auch die nächsten zwei Tage weiter regnen. Zum Glück bekamen wir noch einen kostenfreien Stellplatz kurz vor Reine. In den folgenden Stunden nutzen wir die Zeit, um uns Reine anzuschauen. 

Auch gelang mir um 5 Uhr morgens bei etwas besserem, aber nicht optimalem Wetter der Aufstieg auf den Reinebringen. Dem wohl meist begangenen und auch meist unterschätzen Aufstieg auf den Lofoten. Der Weg ist definitiv nur etwas für schwindelfreie und konditionell fitte Menschen.

Strände

Am Haukland Beach, einem der schönsten Strände Norwegens, hatten wir Sonnenschein. Es ist „Anbaden“ angesagt. Bei unser Tochter Charlotte kam das großmäulige Berliner Blut durch: „ Ich gehe Baden!“, um dann mit Anlauf ins Wasser zu rennen, einen Schrei über die Kälte abzulassen und noch im Schreivorgang den Rückzug anzutreten.

Den Eltern erging es nur wenig besser. Zwar tauchten beide ab, waren aber auch hier genauso schnell wieder aufgetaucht. Vielleicht lag es an der 7 Grad frischen Wassertemperatur. Vielleicht aber auch an der fehlende Badeente. Wer weiß das schon…. .

Haukland Beach
Haukland Beach

Radtour am Abend

Zum Abend hin sattelten wir dann die Fahrräder, um zum Uttakleiv Beach zu radeln. Mit Picknickdecke und Abendbrot bestückt, genossen wir einen der schönsten Abende auf den Lofoten.

Getoppt wurde dieser Abend nur noch durch den Aufenthalt in Eggum, wo wir bei wolkenfreien Himmel, mit einigen anderen Campern die Mitternachtssonne genossen, als wenn es Silvester wäre.

Für unsere Tochter, waren die kinderfreundlichen Touren zu schwer. Mit einer Viereinhalbjährigen bleiben nur wenige Wanderungen auf den Lofoten, die man gut und sicher meistern kann. 

Wikinger Museum -Lofotr

Der große Highlight war aber der Besuch im Lofotr Wikinger Museum. Neben einem Nachbau eines Wikinger Schifffes, auf dem man auch Mitsegeln kann, gab es viel Aktives. So konnten wir ihr so einiges was sie von „Wiki und die starken Männer“ kannte nochmal näher bringen.

Fazit

Für uns waren die Lofoten ein Traum und im Nachgang war auch alles genauso, wie wir es mit einer viereinhalbjährigen Tochter gut erleben konnten. Wer jetzt auf die Lofoten fahren möchte und hofft, noch eine Muschel als Erinnerung vor Ort am Strand zu finden – zu spät! Die hat alle unsere Kleine mitgenommen. Und ja, Steine auch!

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